High Society

Adeliger Hintergrund: Der Titel „Don“ stand im 18. Jahrhundert als Hinweis auf Zugehörigkeit der lokalen Oberschicht. Entweder niederer Adel, Großgrundbesitzer oder einflussreiche Notablenfamilien.

Die „High Society“ Sardiniens war klein, familiär und stark vernetzt und nicht so höfisch wie in großen italienischen Städten. Sie war geprägt von Ehre, Blutsverwandtschaft, Fehden und Kontrolle über Land und Menschen.

Mit dem Übergang Sardiniens an das Haus Savoyen ab 1720, verloren viele lokale Adelige Einfluss, wurden neue Gesetze, Steuern und Beamte „von außen“ eingebracht. Dadurch war Guisos Banditentum auch ein Machtverlust der lokalen Adligen und ein Widerstand gegen die neue, fremde Elite.

Viele Banditenführer wie Guiso hatten oftmals verborgene Unterstützung wie Schutz von einflussreichen Familien, Unterschlupf auf adeligen Ländereien oder auch informelle Absprachen mit Geistlichen oder Notablen.

In der offiziellen Geschichtsschreibung wird Giovanni Guido als Verbrecher betitelt. In lokalen Eliten und Familienerzählungen wird er jedoch als tragische Figur, entehrter Adeliger und Verteidiger alter Rechte dargestellt.