Es gibt zwei verschiedene Arten von Datierung, die relativen und die absoluten Methoden. Relative Datierungsmethoden sind Methoden, bei denen zwischen „älter und jünger als“ unterschieden wird. Dahingegen datieren absolute Datierungsmethoden das Alter des Fundes sehr genau.
- Relative Datierungsmethoden
Wie bereits erklärt, sind relative Datierungsmethoden Vorgehensweisen, bei denen man ein gefundenes Stück mit ähnlichen Fundstücken abgleicht und so das Alter auf einen bestimmten Zeitraum festlegen kann. Beispiele hierfür sind die Stratigrafie, die Typologie oder die Pollenanalyse.
I. Stratigrafie:
Bei der Stratigrafischen Methode geht es um die Untersuchung der verschiedenen Bodenschichten, welche sich über die Zeit entwickeln. Jüngere Schichten lagern sich über ältere.

II. Typologie:
Die Typologie basiert auf der Annahme einer kontinuierlichen Entwicklung einer Form aus einer vorhergehenden, in der Regel aus einer einfacheren Gestaltung, die verbessert oder modifiziert wird. Vormals funktionale Aspekte können zu reiner Zier werden, Technik, Funktion und Verzierung entwickeln sich weiter. Die typologische Reihe ist die Anordnung solcher Objekte durch den Archäologen, die eine relativchronologische Abfolge darstellt, also ältere und jüngere Entwicklungsstufen unterscheidet. Die Typologie liefert dadurch ein Gerüst, in das sich Neufunde einordnen lassen. Wenn die bekannten Typen darüber hinaus bereits mit anderen Methoden datiert wurden, ist auch für die Neufunde ein zeitlicher Rahmen gegeben.

III. Pollenanalyse:
Blütenpollen sind sehr widerstandsfähig. Pollenproben werden mit der Hilfe von Kernbohrern aus Mooren und Seeablagerungen oder aus den Schichten archäologischer Grabungen entnommen. Die Analyse der Proben ergibt eine Rekonstruktion der Vegetation. Pollenprofile geben Rückschlüsse auf Umwelt- oder Klimaveränderungen. Für Nordeuropa z. B. konnten die Vegetation der letzten 10.000 Jahre ermittelt und bestimmte Pollenzonen definiert werden. Die Auswertung der Pollenproben einer bestimmten Fundstelle ermöglicht das Einhängen dieser Fundstelle in eine großräumige Pollenzonenabfolge und somit ihre Datierung. Ein weiteres bekanntes Beispiel für einen Fund, bei dem die Pollenanalyse angewendet wurde, ist die Gletschermumie Ötzi.
2. Absolute Datierungsmethoden
Im Gegensatz zu den relativen Datierungsmethoden sind die absoluten Methoden sehr viel präziser, aber auch aufwendiger und komplizierter. Je älter ein Fundstück ist desto ungenauer wird die Datierung. Die wohl bekanntesten absoluten Datierungsmethoden sind die Dendrochronologie und die C-14 Methode.
I. Dendrochronologie:
Die Dendrochronologie beschränkt sich auf die Datierung von Holz. Baumstämme setzen jedes Jahr einen neuen Wachstumsring an. Die Breite dieser Ringe ist von klimatischen Gegebenheiten abhängig: In trockenen Jahren sind die Ringe schmal, in feuchten Jahren mit starkem Baumwachstum dagegen dick. So ergeben sich miteinander vergleichbare Jahresringmuster, diese sind aber regional unterschiedlich. Ausgehend von einem frisch gefällten Baum, dessen Jahresringmuster sich mit einem älteren Baum überschneidet usw., kann in der Zeit zurück gerechnet und so das Fälldatum eines historischen oder prähistorischen Baumes bestimmt werden.

II. Radiokarbondatierung:
Die Radiokarbondatierungsmethode oder auch C-14 Methode, ist die wohl bekannteste Datierungsmethode. Sie basiert auf dem in Lebewesen angereicherten radioaktiven Isotop C-14, welches nach dem Tod beginnt langsam zu zerfallen. Diese Methode funktioniert demnach nur bei organischem Material. Die Halbwertszeit von C-14 beträgt ungefähr 5.730 Jahre. Mit der C-14 Methode kann man den Altersbereich von 300 bis 60.000 Jahren bestimmen.

