Werkzeuge der UWA

Bei dem benötigten Equipment in der Unterwasserarchäologie kann man dieses in zwei Kategorien unterteilen: Den Werkzeugen, die man für Unterwasserarchäologie braucht und dem Tauchequipment, welches generell zum Tauchen nötig ist. In diesem Artikel beziehe ich mich zuerst auf die Werkzeuge und danach auf das ebenfalls benötigte Tauchequipment

Magnetometer

(https://www.flickr.com/photos/wessexarchaeology/6465320851/in/photostream/)

Das Magnetometer, auch Gaußmeter oder Teslameter genannt, ist ein sensorisches Gerät, mit dem man das Magnetfeld messen kann, bzw. das Magnetfeld nach Schwankungen durchsuchen kann.

Anwendungen : Suche nach Blindgängern, archäologischen Strukturen, Erzlagerstätten, Satelliten und U-Boote. Auch in allen GPS-fähigen Geräten verbaut wie zum Beispiel Smartphones oder Navigationsgeräten.

Aufbewahrungsboxen

Recht langweilig wirkende Aufbewahrungsboxen, die aber dennoch für einen Archäologen wichtig sind. Wie der Name schon sagt, ist ihre Funktion das Aufbewahren von Gegenständen, die aus dem Wasser geborgen werden, aber auch der Transport dieser Gegenstände.

Je nach Objekt werden solche Boxen mit Wasser gefüllt, um zu verhindern, dass der Kontakt zur Luft wertvolle Fundstücke beschädigt.

Luftdrohne

 

(https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Onyxstar_Fox-C8_XT_xender_360.jpg)

Moderne Drohnen können deutlich mehr als nur Raketen abschießen, sie können auch benutzt werden, um Luftaufnahmen anzufertigen, vor allem bei schwer zugänglichen Orten. Der Hauptzweck ist allerdings das Vermessen von Objekten. Dies geht z.B. bei Wracks im flachen Wasser, was Zeit und Geld spart. Zwei Dinge, die man bei archäologischen Expeditionen oft nur sehr limitiert hat. Natürlich können Drohnen auch noch vieles andere wie den Transport von Gegenständen, allerdings werden sie dafür in der Unterwasserarchäologie selten benutzt.

Diese werden je nach Einsatzort und Reichweite entweder vom Ufer aus gesteuert oder von einem Boot. Billige Drohnen mit Kamera beginnen ab circa 50 €, nach oben gibt es so gut wie keine Grenzen. Eine der aktuell teuersten im normalen Handel ist die DJI Inspire 2, welche es bei Media Markt für 11.400 € gibt. Dies ist aber bei weitem nicht die teuerste Drohne. Doch schon für „nur“ 11.400 € kann man eine Drohne kaufen, welche in 6K Videos in Echtzeit aufnimmt, allerdings wie die meisten Drohnen nicht sehr lange in der Luft bleibt. Mit dieser Drohne lassen sich in der Theorie Objekte vom Ufer aus filmen, die sieben Kilometer vom Ufer entfernt sind.  Dies ist selbstverständlich nur eines von vielen Beispielen, welche technischen Dimensionen auf diesem Gebiet erreicht wurden und welche Möglichkeiten diese Technologie eröffnet. Andere Firmen haben ebenfalls gute Drohnen im Angebot. Um nur ein weiteres Beispiel zu nennen: Die Freefly Alta 8, die allerdings mehr kostet und nur auf speziellen Seiten im Internet zu finden ist.

Maßband

Ein Maßband wird verwendet, um kleinere Fundstücke zu vermessen, aber auch um Abstände zwischen verschiedenen Objekten oder sogar Wracks zu vermessen, was einem die Möglichkeit gibt, mehr über die Geschichte zu erfahren, zum Beispiel ob zwei nah aneinander liegende Wracks vielleicht durch einen Zusammenstoß gesunken sind.

Pinsel und Bürsten


(https://cdn.pixabay.com/photo/2012/10/03/22/40/archaeology-59167__340.jpg)

Weitere, eigentlich sehr normaler Gegenstände, welche trotzdem für die Unterwasserarchäologie von enormer Bedeutung sind, sind Pinsel und (Zahn)bürsten, wie sie oben zu sehen sind. Mit Pinseln werden Objekte von Dreck befreit, der zu hartnäckig ist, um ihn mit Wasser abzuwaschen. Oft erkennt man, wie zum Beispiel bei Münzen, erst durch sorgfältiges Säubern mit einem Pinsel das Motiv der Münze, was Aufschluss gibt über das Alter der Münze und damit auch des Wracks. Eine römische Münze mit dem Kopf von Kaiser Nero wird sich wohl kaum auf einem Schiff befinden, welches zur Zeit der punischen Kriege gesunken ist.

Zeichenmaschine

Kommen wir nun zum letzten hier vorgestellen archäologischem „Werkzeug“, der Zeichenmaschine. Wer von ihr noch nichts gehört hat, kann beruhigt sein, dies ist nur ein praktischer Ersatz für Stift und Papier. Mit ihr werden sogenannte Grabungskarten angefertigt, ein Plan von der gesamten Fundstelle auf der alle Funde eingezeichnet werden und auch zum Teil vermerkt wird, wo ein Objekt liegt, welches noch geborgen werden muss. Mit ihr kann man die Fundstelle rekonstruieren und Zusammenhänge erkennen. Ihr Vorteil gegenüber traditionellem Zeichnen mit Stift und Papier ist, dass eine Zeichenmaschine schneller, effektiver und exakter arbeitet.

Tauchanzug

Bei Tauchanzügen unterscheidet man zwischen Nasstauchanzügen (oberes Bild) und Trockentauchanzügen (unteres Bild). Natürlich haben beide eine ähnliche Funktion: dich zu schützen und zu wärmen, doch die Unterschiede sind deutlich größer, welche ich im folgenden beleuchten werde : 

Punkt 1, Wärme : Hier liegt ein Trockentauchanzug ganz klar vorne, bei dem man unter dem Anzug im Optimalfall trocken bleibt und sich nahezu beliebig dick normal anziehen kann. Die Wärme kommt von der Kombination aus der Luftschicht zwischen Anzug und Unterzieher. Beim Nasstauchanzug währenddessen wird man trotz Anzug nass, da dieser  meist aus Neopren besteht. Dennoch wärmt auch ein Nasstauchanzug die Person, die ihn trägt, da die Wasserschicht, welche sich zwischen dem Körper und dem Anzug befindet, vom Körper erwärmt wird. Bei einem Halbtrockenanzug ist es so, dass im optimalen Fall Wasser in den Anzug eindringt, aber durch enganliegende Manschetten daran gehindert wird, wieder auszutreten, was dazu führt, dass nicht immer neues, nachfließendes Wasser vom Körper erwärmt werden muss.

Punkt 2, Gewicht : Das Gewicht eines Trockentauchanzugs ist in der Regel größer als das eines Nasstauchanzuges.

Punkt 3, Variabilität : Ein Nasstauchanzug ist immer für die gleichen klimatischen Bedingungen geeignet. Wenn man in Gewässern mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen tauchen will, benötigt man also mehrere Nasstauchanzüge. Oder man greift gleich zum Trockentauchanzug, welcher durch die Unterzieherwahl für verschiedene klimatische Bedingungen geeignet ist.

Punkt 4, Neoprenallergie : Wenn man eine Neoprenallergie hat, hat man es beim Tauchen mit Nasstauchanzügen natürlich schwer. Allerdings gibt es auch hier Abhilfe in Form von dünnen Overalls, durch welche man nicht in Kontakt mit dem Neopren kommt, oder man nimmt eben einen Trocki.

Tauchjacket

Eine Lösung des Problems des Auftriebs ist die Verwendung eines sogenannten Tauchjackets. Es erfüllt u.a. die Aufgabe, mit Luft gefüllt zu werden, um den Auftrieb steuern zu können, es dient mit seinen Taschen aber auch dem Transport von Gegenständen, die man auf dem Tauchgang verwenden kann. Und außerdem wird an ihm der Lungenautomat und die Pressluftflasche befestigt, welche man bei einem längeren Tauchgang benötigt.

Lungenautomat

Und nun kommen wir zum Lungenautomat, der wider dem ersten Gedanken mancher Jugendlicher nicht zum Erwürgen anderer gedacht ist, sondern für einen ganz zentralen Punkt, nämlich dass man unter Wasser atmen kann. Er besteht üblicherweise aus vier Schläuchen. Einer verbindet die erste Stufe des Lungenautomaten mit dem Jacket, das die Luft zum Tarieren braucht. Der zweite Schlauch, ein Hochdruckschlauch, führt zu einem Luftdruckmessgerät, einem Finimeter, auf welchem man ablesen kann, wie viel Luft noch in der Flasche ist – also wann man auftauchen muss. Und zwei Schläuche, die zu Mundstücken der zweiten Stufe des Lungenautomaten gehen, eines für einen selbst und ein zweites für Notfälle, zum Beispiel falls dein Tauchpartner keine Luft mehr in der Flasche hat. Die vier Schläuche laufen alle zum eigentlichen Lungenautomaten, 1. Stufe, der den Luftdruck, der sich in der Flasche befindenden Luft auf einen Druck von ca. acht bis zwölf Bar reduziert. Die zweite Stufe verändert diesen Druck dann auf den jweweiligen Umgebungsdruck. Einmal verwendete Luft wird an die Umgebung abgegeben. Außer man verwendet sogenannte Rebreather.

Pressluftflasche

Wie oben schon erwähnt braucht man eine Pressluftflasche, um bei Tauchgängen, die tiefer gehen, nicht zu ersticken. Es gibt solche Flaschen in verschiedenen Größen, manche Taucher benutzen sogar zwei. Mit einer üblichen Tauchflasche mit 12 Litern Volumen und einer Tauchtiefe von 10 Metern kann man mehr als eine Stunde unter Wasser bleiben, mit größeren Flaschen natürlich länger. Die meisten Tauchflaschen sind mit Luft befüllt, die auf 200 Bar komprimiert wurde. Bei einer Flasche mit 10 Liter Volumen befinden sich also 2000 Liter Luft darin. Alle zehn Meter nimmt der Druck um 1ein Bar zu, was bedeutet, dass auf zehn Meter Tiefe ein Druck von zwei Bar herrscht. Deswegen ist es wichtig, die Tauchtiefe zu kennen, um abschätzen zu können, wie lange man noch tauchen kann.

Tauchermaske & Schnorchel

Diese zwei Ausrüstungsgegenstände braucht man eigentlich bei jeder Reise in die Unterwasserwelt. Die Rede ist von Tauchermaske und Schnorchel. Mit ihnen kann man sich z.B. einen ersten Überblick über den Fundort verschaffen. Die Maske ermöglicht das klare Sehen unter Wasser und der Schnorchel erlaubt, dass man den Kopf längere Zeit unter Wasser lassen kann.

 

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