Das Schiffswrack von Uluburun

Bei dem Schiffswrack von Uluburun handelt es sich um einen im 14. Jahrhundert vor Christus gesunkenen Frachtsegler, welcher nach einer Havarie vor der türkischen Südküste bei Uluburun sank.  

Fund und Bergung: 

Die Landzunge „Uluburun“ ragt 8,5 km südöstlich von Kaş ins Meer und ist bei Hobbytauchern ein sehr beliebter Ort. 60 Meter vor ihrer östlichen Küste wurde das Schiffswrack 1982 von einem türkischem Schwammtaucher in einer Tiefe von 60 Metern entdeckt. 1984 begannen die Bergungsarbeiten an dem Schiff unter Leitung des renommierten amerikanischen Unterwasser-Archäologen George Fletcher Bass. Insgesamt dauerte die vollständige Bergung des Schiffes elf Jahre und umfasste mehr als 22.000 Tauchgänge mit über 6.600 Tauchstunden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schiff_von_Uluburun
Die türkische Südküste bei Uluburun: An der felsigen Landzunge havarierte und kenterte das Schiff vor circa 3300 Jahren

Fracht des Schiffes: 

An Bord des Schiffes wurden 354 Kupferbarren in Ochsenhautform (Ochsenhautbarren) (insg. ca. 10 Tonnen) und 121 plankonvexe (Brotlaibform) Zinnbarren (ca. 1 Tonne), Blauglas (ca. 350 kg), Terebinthen-Harz, Ebenholz sowie Elfenbein gefunden. Außerdem hatte das Schiff Eicheln, Mandeln, Feigen, Oliven, Granatäpfel, Töpferwaren sowie Schmuck aus Gold und Silber, Bronzewerkzeuge und Waffen geladen. Altmetall aus zerhacktem Gold- und Silberschmuck wurde ebenfalls auf dem Schiff mitgeführt und diente wohl als Zahlungsmittel. 

https://pressglas-korrespondenz.de/aktuelles/pdf/pk-2011-2w-yalcin-uluburun.pdf
https://www.bodrumpages.com/imagepages/gold.html
 

Bedeutung des Schiffswracks für die Unterwasserarchäologie:

Das Schiffswrack stellt wohl bis heute den ältesten Schiffsfund dar und lieferte den Archäologen nach sorgfältiger Untersuchung eine Fülle von Informationen über den bereits erstaunlich florierenden Handel im östlichen Mittelmeer während der Bronzezeit, auf die das Schiff dank seiner Fracht datiert werden konnte. So führten die Funde aus dem Schiffswrack von Uluburun zu der Schlussfolgerung, dass bereits damals ein weit gespanntes Handelsnetz existierte, in das neben allen damaligen Staatsgebilden des östlichen Mittelmeerraums auch entfernte Regionen an der Ostsee eingebunden waren. Steinanker und von der Mannschaft genutzte Küchenkeramik deuten darauf hin, dass der Heimathafen des Schiffs in Kanaan lag, nahe der heutigen Grenze zwischen Israel und dem Libanon. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Schiff_von_Uluburun
Östlicher Mittelmeeraum etwa 1220 v. Chr

Das Schiff:

Planken und Kiel bestanden aus Zedernholz von Bäumen aus dem Libanon, die laut dendrochronologischer Altersbestimmung nach 1305 v. Chr. gefällt worden sein mussten. Klammern aus Eichenholz dienten hierbei als Verbindungsstück der einzelnen Planken. Es war 15 Meter lang und fünf Meter breit und verfügte der Menge der gefundenen Ladung nach zu urteilen wohlmöglich über eine ungefähre Traglast von 20 Tonnen. Anhand von Abbildungen konnte das ursprüngliche Aussehen des zu 97% nicht mehr erhaltenen Schiffes rekonstruiert werden, anhand dessen ein vollständig seetüchtiger Nachbau des Originals gefertigt werden konnte. Das Fassungsvermögen des Schiffes belief sich dabei auf etwa 20 Tonnen Fracht.  


Georges Jansoone, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f5/Turkey.Bodrum091.jpg

Querschnitt des Schiffes in Originalgröße
https://de.wikipedia.org/wiki/Schiff_von_Uluburun#/media/Datei:Uluburun1.jpg

Hölzernes Modell des Schiffswracks von Uluburun

Quellen:

https://www.wikiwand.com/de/Schiff_von_Uluburun

https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/der-schatz-von-uluburun/

https://www.bodrumpages.com/deutsch/uluburun.html

https://luwianstudies.org/de/spaetbronzezeitliche-schiffswracks/

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