Schliersee

Der Schliersee ist nicht nur ein schöner Bergsee, sondern hat auch eine lange Geschichte! 

Vor vielen Jahren lebten hier Menschen und haben Spuren hinterlassen. Vielleicht liegen sogar noch alte Boote, Werkzeuge oder Reste von Häusern unter Wasser verborgen. 

 

Wer lebte früher am Schliersee? 

Vor langer Zeit lebten hier die Kelten. Das war ein altes Volk, das überall in Europa wohnte. Sie bauten Häuser aus Holz und Stein und lebten von der Jagd, dem Fischfang und der Landwirtschaft. Später kamen die Römer, danach die Bajuwaren. 

 

Wie entwickelte sich die Geschichte? 

Kelten (vor über 2000 Jahren): Sie waren die ersten bekannten Bewohner des Schliersees. Sie bauten Dörfer und lebten von Tieren und Pflanzen. 

Römer (vor etwa 1800 Jahren): Die Römer kamen nach Bayern und bauten Straßen und Häuser. Sie brachten neue Ideen mit, vor allem in der Landwirtschaft. 

Mittelalter (vor etwa 1000 Jahren): Burgen und Klöster wurden gebaut. Die Menschen fischten im Schliersee und lebten von der Natur. 

Heute: Der Schliersee ist ein beliebtes Urlaubsziel und wird von vielen Menschen besucht. 

Das Schiffswrack von Uluburun

Bei dem Schiffswrack von Uluburun handelt es sich um einen im 14. Jahrhundert vor Christus gesunkenen Frachtsegler, welcher nach einer Havarie vor der türkischen Südküste bei Uluburun sank.  

Fund und Bergung: 

Die Landzunge „Uluburun“ ragt 8,5 km südöstlich von Kaş ins Meer und ist bei Hobbytauchern ein sehr beliebter Ort. 60 Meter vor ihrer östlichen Küste wurde das Schiffswrack 1982 von einem türkischem Schwammtaucher in einer Tiefe von 60 Metern entdeckt. 1984 begannen die Bergungsarbeiten an dem Schiff unter Leitung des renommierten amerikanischen Unterwasser-Archäologen George Fletcher Bass. Insgesamt dauerte die vollständige Bergung des Schiffes elf Jahre und umfasste mehr als 22.000 Tauchgänge mit über 6.600 Tauchstunden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schiff_von_Uluburun
Die türkische Südküste bei Uluburun: An der felsigen Landzunge havarierte und kenterte das Schiff vor circa 3300 Jahren

Fracht des Schiffes: 

An Bord des Schiffes wurden 354 Kupferbarren in Ochsenhautform (Ochsenhautbarren) (insg. ca. 10 Tonnen) und 121 plankonvexe (Brotlaibform) Zinnbarren (ca. 1 Tonne), Blauglas (ca. 350 kg), Terebinthen-Harz, Ebenholz sowie Elfenbein gefunden. Außerdem hatte das Schiff Eicheln, Mandeln, Feigen, Oliven, Granatäpfel, Töpferwaren sowie Schmuck aus Gold und Silber, Bronzewerkzeuge und Waffen geladen. Altmetall aus zerhacktem Gold- und Silberschmuck wurde ebenfalls auf dem Schiff mitgeführt und diente wohl als Zahlungsmittel. 

https://pressglas-korrespondenz.de/aktuelles/pdf/pk-2011-2w-yalcin-uluburun.pdf
https://www.bodrumpages.com/imagepages/gold.html
 

Bedeutung des Schiffswracks für die Unterwasserarchäologie:

Das Schiffswrack stellt wohl bis heute den ältesten Schiffsfund dar und lieferte den Archäologen nach sorgfältiger Untersuchung eine Fülle von Informationen über den bereits erstaunlich florierenden Handel im östlichen Mittelmeer während der Bronzezeit, auf die das Schiff dank seiner Fracht datiert werden konnte. So führten die Funde aus dem Schiffswrack von Uluburun zu der Schlussfolgerung, dass bereits damals ein weit gespanntes Handelsnetz existierte, in das neben allen damaligen Staatsgebilden des östlichen Mittelmeerraums auch entfernte Regionen an der Ostsee eingebunden waren. Steinanker und von der Mannschaft genutzte Küchenkeramik deuten darauf hin, dass der Heimathafen des Schiffs in Kanaan lag, nahe der heutigen Grenze zwischen Israel und dem Libanon. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Schiff_von_Uluburun
Östlicher Mittelmeeraum etwa 1220 v. Chr

Das Schiff:

Planken und Kiel bestanden aus Zedernholz von Bäumen aus dem Libanon, die laut dendrochronologischer Altersbestimmung nach 1305 v. Chr. gefällt worden sein mussten. Klammern aus Eichenholz dienten hierbei als Verbindungsstück der einzelnen Planken. Es war 15 Meter lang und fünf Meter breit und verfügte der Menge der gefundenen Ladung nach zu urteilen wohlmöglich über eine ungefähre Traglast von 20 Tonnen. Anhand von Abbildungen konnte das ursprüngliche Aussehen des zu 97% nicht mehr erhaltenen Schiffes rekonstruiert werden, anhand dessen ein vollständig seetüchtiger Nachbau des Originals gefertigt werden konnte. Das Fassungsvermögen des Schiffes belief sich dabei auf etwa 20 Tonnen Fracht.  


Georges Jansoone, https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f5/Turkey.Bodrum091.jpg

Querschnitt des Schiffes in Originalgröße
https://de.wikipedia.org/wiki/Schiff_von_Uluburun#/media/Datei:Uluburun1.jpg

Hölzernes Modell des Schiffswracks von Uluburun

Quellen:

https://www.wikiwand.com/de/Schiff_von_Uluburun

https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/der-schatz-von-uluburun/

https://www.bodrumpages.com/deutsch/uluburun.html

https://luwianstudies.org/de/spaetbronzezeitliche-schiffswracks/

Wrack von Mahdia

Im Jahr 1907 wurde in Mahdia in Tunesien ein antikes Schiffswrack entdeckt. Wieder waren es Schwammtaucher, die als erste von Kunstgegenständen und Säulenfragmenten berichten konnten. Zunächst dachte man, es handele sich um eine versunkene Stadt. Schon bald wurde der Direktor der tunesischen Altertümerverwaltung, Alfred Merlin, darüber informiert. Er untersuchte zusammen mit seinem Mitarbeiter Louis Poinssot die rätselhaften Artefakte. Die wissenschaftliche Analyse stellte fest, dass es sich bei den Holzfunden um Schiffsplanken handeln musste. Somit war klar, dass die Säulenfragmente Teil einer wertvollen Schiffsladung gewesen sein mussten. Das Wrack stammt aus der Zeit zwischen 100 und 80 v. Chr.. Dies konnte man anhand der gefundenen Keramiken erschließen. An Bord waren außerdem Marmor- und Bronzeskulpturen, Möbel, Scharniere und Schlösser.

Die meisten Gegenstände wurden in den Jahren zwischen 1907 und 1913 geborgen.

Es ist anzunehmen, dass das Schiff bei einem Sturm gesunken ist.

Säulen von Mahdia
(https://www.flickr.com/photos/heberlein/14124111085)

Quellen:

http://www.deguwa.org/?id=40

https://de.wikipedia.org/wiki/Schiffsfund_von_Mahdia

https://www.wikiwand.com/de/Schiffsfund_von_Mahdia

Datierungsmethoden der Archäologie

Es gibt zwei verschiedene Arten von Datierung, die relativen und die absoluten Methoden. Relative Datierungsmethoden sind Methoden, bei denen zwischen „älter und jünger als“ unterschieden wird. Dahingegen datieren absolute Datierungsmethoden das Alter des Fundes sehr genau.

  1. Relative Datierungsmethoden 

Wie bereits erklärt, sind relative Datierungsmethoden Vorgehensweisen, bei denen man ein gefundenes Stück mit ähnlichen Fundstücken abgleicht und so das Alter auf einen bestimmten Zeitraum festlegen kann. Beispiele hierfür sind die Stratigrafie, die Typologie oder die Pollenanalyse. 

I. Stratigrafie: 

Bei der Stratigrafischen Methode geht es um die Untersuchung der verschiedenen Bodenschichten, welche sich über die Zeit entwickeln. Jüngere Schichten lagern sich über ältere.  

https://educalingo.com/de/dic-fr/stratigraphie

II. Typologie: 

Die Typologie basiert auf der Annahme einer kontinuierlichen Entwicklung einer Form aus einer vorhergehenden, in der Regel aus einer einfacheren Gestaltung, die verbessert oder modifiziert wird. Vormals funktionale Aspekte können zu reiner Zier werden, Technik, Funktion und Verzierung entwickeln sich weiter. Die typologische Reihe ist die Anordnung solcher Objekte durch den Archäologen, die eine relativchronologische Abfolge darstellt, also ältere und jüngere Entwicklungsstufen unterscheidet. Die Typologie liefert dadurch ein Gerüst, in das sich Neufunde einordnen lassen. Wenn die bekannten Typen darüber hinaus bereits mit anderen Methoden datiert wurden, ist auch für die Neufunde ein zeitlicher Rahmen gegeben. 

http://archaeologische-dienste.de/datierungsmethoden-in-der-archaeologie

III. Pollenanalyse: 

Blütenpollen sind sehr widerstandsfähig. Pollenproben werden mit der Hilfe von Kernbohrern aus Mooren und Seeablagerungen oder aus den Schichten archäologischer Grabungen entnommen. Die Analyse der Proben ergibt eine Rekonstruktion der Vegetation. Pollenprofile geben Rückschlüsse auf Umwelt- oder Klimaveränderungen. Für Nordeuropa z. B. konnten die Vegetation der letzten 10.000 Jahre ermittelt und bestimmte Pollenzonen definiert werden. Die Auswertung der Pollenproben einer bestimmten Fundstelle ermöglicht das Einhängen dieser Fundstelle in eine großräumige Pollenzonenabfolge und somit ihre Datierung. Ein weiteres bekanntes Beispiel für einen Fund, bei dem die Pollenanalyse angewendet wurde, ist die Gletschermumie Ötzi. 

2. Absolute Datierungsmethoden 

Im Gegensatz zu den relativen Datierungsmethoden sind die absoluten Methoden sehr viel präziser, aber auch aufwendiger und komplizierter. Je älter ein Fundstück ist desto ungenauer wird die Datierung. Die wohl bekanntesten absoluten Datierungsmethoden sind die Dendrochronologie und die C-14 Methode. 

I. Dendrochronologie: 

Die Dendrochronologie beschränkt sich auf die Datierung von Holz. Baumstämme setzen jedes Jahr einen neuen Wachstumsring an. Die Breite dieser Ringe ist von klimatischen Gegebenheiten abhängig: In trockenen Jahren sind die Ringe schmal, in feuchten Jahren mit starkem Baumwachstum dagegen dick. So ergeben sich miteinander vergleichbare Jahresringmuster, diese sind aber regional unterschiedlich. Ausgehend von einem frisch gefällten Baum, dessen Jahresringmuster sich mit einem älteren Baum überschneidet usw., kann in der Zeit zurück gerechnet und so das Fälldatum eines historischen oder prähistorischen Baumes bestimmt werden. 

http://www.mrziglod-leiss.de/dendrochronologie.htm

II. Radiokarbondatierung: 

Die Radiokarbondatierungsmethode oder auch C-14 Methode, ist die wohl bekannteste Datierungsmethode. Sie basiert auf dem in Lebewesen angereicherten radioaktiven Isotop C-14, welches nach dem Tod beginnt langsam zu zerfallen. Diese Methode funktioniert demnach nur bei organischem Material. Die Halbwertszeit von C-14 beträgt ungefähr 5.730 Jahre. Mit der C-14 Methode kann man den Altersbereich von 300 bis 60.000 Jahren bestimmen. 

https://ko.wikipedia.org/wiki/%ED%8C%8C%EC%9D%BC:Sledge_runner_from_Lapland,radiocarbon_dated_to_4060_to_3950_BCNational_Museum_of_Finland-_DSC04170.JPG

Werkzeuge der UWA

Bei dem benötigten Equipment in der Unterwasserarchäologie kann man dieses in zwei Kategorien unterteilen: Den Werkzeugen, die man für Unterwasserarchäologie braucht und dem Tauchequipment, welches generell zum Tauchen nötig ist. In diesem Artikel beziehe ich mich zuerst auf die Werkzeuge und danach auf das ebenfalls benötigte Tauchequipment

Magnetometer

(https://www.flickr.com/photos/wessexarchaeology/6465320851/in/photostream/)

Das Magnetometer, auch Gaußmeter oder Teslameter genannt, ist ein sensorisches Gerät, mit dem man das Magnetfeld messen kann, bzw. das Magnetfeld nach Schwankungen durchsuchen kann.

Anwendungen : Suche nach Blindgängern, archäologischen Strukturen, Erzlagerstätten, Satelliten und U-Boote. Auch in allen GPS-fähigen Geräten verbaut wie zum Beispiel Smartphones oder Navigationsgeräten.

Aufbewahrungsboxen

Recht langweilig wirkende Aufbewahrungsboxen, die aber dennoch für einen Archäologen wichtig sind. Wie der Name schon sagt, ist ihre Funktion das Aufbewahren von Gegenständen, die aus dem Wasser geborgen werden, aber auch der Transport dieser Gegenstände.

Je nach Objekt werden solche Boxen mit Wasser gefüllt, um zu verhindern, dass der Kontakt zur Luft wertvolle Fundstücke beschädigt.

Luftdrohne

 

(https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Onyxstar_Fox-C8_XT_xender_360.jpg)

Moderne Drohnen können deutlich mehr als nur Raketen abschießen, sie können auch benutzt werden, um Luftaufnahmen anzufertigen, vor allem bei schwer zugänglichen Orten. Der Hauptzweck ist allerdings das Vermessen von Objekten. Dies geht z.B. bei Wracks im flachen Wasser, was Zeit und Geld spart. Zwei Dinge, die man bei archäologischen Expeditionen oft nur sehr limitiert hat. Natürlich können Drohnen auch noch vieles andere wie den Transport von Gegenständen, allerdings werden sie dafür in der Unterwasserarchäologie selten benutzt.

Diese werden je nach Einsatzort und Reichweite entweder vom Ufer aus gesteuert oder von einem Boot. Billige Drohnen mit Kamera beginnen ab circa 50 €, nach oben gibt es so gut wie keine Grenzen. Eine der aktuell teuersten im normalen Handel ist die DJI Inspire 2, welche es bei Media Markt für 11.400 € gibt. Dies ist aber bei weitem nicht die teuerste Drohne. Doch schon für „nur“ 11.400 € kann man eine Drohne kaufen, welche in 6K Videos in Echtzeit aufnimmt, allerdings wie die meisten Drohnen nicht sehr lange in der Luft bleibt. Mit dieser Drohne lassen sich in der Theorie Objekte vom Ufer aus filmen, die sieben Kilometer vom Ufer entfernt sind.  Dies ist selbstverständlich nur eines von vielen Beispielen, welche technischen Dimensionen auf diesem Gebiet erreicht wurden und welche Möglichkeiten diese Technologie eröffnet. Andere Firmen haben ebenfalls gute Drohnen im Angebot. Um nur ein weiteres Beispiel zu nennen: Die Freefly Alta 8, die allerdings mehr kostet und nur auf speziellen Seiten im Internet zu finden ist.

Maßband

Ein Maßband wird verwendet, um kleinere Fundstücke zu vermessen, aber auch um Abstände zwischen verschiedenen Objekten oder sogar Wracks zu vermessen, was einem die Möglichkeit gibt, mehr über die Geschichte zu erfahren, zum Beispiel ob zwei nah aneinander liegende Wracks vielleicht durch einen Zusammenstoß gesunken sind.

Pinsel und Bürsten


(https://cdn.pixabay.com/photo/2012/10/03/22/40/archaeology-59167__340.jpg)

Weitere, eigentlich sehr normaler Gegenstände, welche trotzdem für die Unterwasserarchäologie von enormer Bedeutung sind, sind Pinsel und (Zahn)bürsten, wie sie oben zu sehen sind. Mit Pinseln werden Objekte von Dreck befreit, der zu hartnäckig ist, um ihn mit Wasser abzuwaschen. Oft erkennt man, wie zum Beispiel bei Münzen, erst durch sorgfältiges Säubern mit einem Pinsel das Motiv der Münze, was Aufschluss gibt über das Alter der Münze und damit auch des Wracks. Eine römische Münze mit dem Kopf von Kaiser Nero wird sich wohl kaum auf einem Schiff befinden, welches zur Zeit der punischen Kriege gesunken ist.

Zeichenmaschine

Kommen wir nun zum letzten hier vorgestellen archäologischem „Werkzeug“, der Zeichenmaschine. Wer von ihr noch nichts gehört hat, kann beruhigt sein, dies ist nur ein praktischer Ersatz für Stift und Papier. Mit ihr werden sogenannte Grabungskarten angefertigt, ein Plan von der gesamten Fundstelle auf der alle Funde eingezeichnet werden und auch zum Teil vermerkt wird, wo ein Objekt liegt, welches noch geborgen werden muss. Mit ihr kann man die Fundstelle rekonstruieren und Zusammenhänge erkennen. Ihr Vorteil gegenüber traditionellem Zeichnen mit Stift und Papier ist, dass eine Zeichenmaschine schneller, effektiver und exakter arbeitet.

Tauchanzug

Bei Tauchanzügen unterscheidet man zwischen Nasstauchanzügen (oberes Bild) und Trockentauchanzügen (unteres Bild). Natürlich haben beide eine ähnliche Funktion: dich zu schützen und zu wärmen, doch die Unterschiede sind deutlich größer, welche ich im folgenden beleuchten werde : 

Punkt 1, Wärme : Hier liegt ein Trockentauchanzug ganz klar vorne, bei dem man unter dem Anzug im Optimalfall trocken bleibt und sich nahezu beliebig dick normal anziehen kann. Die Wärme kommt von der Kombination aus der Luftschicht zwischen Anzug und Unterzieher. Beim Nasstauchanzug währenddessen wird man trotz Anzug nass, da dieser  meist aus Neopren besteht. Dennoch wärmt auch ein Nasstauchanzug die Person, die ihn trägt, da die Wasserschicht, welche sich zwischen dem Körper und dem Anzug befindet, vom Körper erwärmt wird. Bei einem Halbtrockenanzug ist es so, dass im optimalen Fall Wasser in den Anzug eindringt, aber durch enganliegende Manschetten daran gehindert wird, wieder auszutreten, was dazu führt, dass nicht immer neues, nachfließendes Wasser vom Körper erwärmt werden muss.

Punkt 2, Gewicht : Das Gewicht eines Trockentauchanzugs ist in der Regel größer als das eines Nasstauchanzuges.

Punkt 3, Variabilität : Ein Nasstauchanzug ist immer für die gleichen klimatischen Bedingungen geeignet. Wenn man in Gewässern mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen tauchen will, benötigt man also mehrere Nasstauchanzüge. Oder man greift gleich zum Trockentauchanzug, welcher durch die Unterzieherwahl für verschiedene klimatische Bedingungen geeignet ist.

Punkt 4, Neoprenallergie : Wenn man eine Neoprenallergie hat, hat man es beim Tauchen mit Nasstauchanzügen natürlich schwer. Allerdings gibt es auch hier Abhilfe in Form von dünnen Overalls, durch welche man nicht in Kontakt mit dem Neopren kommt, oder man nimmt eben einen Trocki.

Tauchjacket

Eine Lösung des Problems des Auftriebs ist die Verwendung eines sogenannten Tauchjackets. Es erfüllt u.a. die Aufgabe, mit Luft gefüllt zu werden, um den Auftrieb steuern zu können, es dient mit seinen Taschen aber auch dem Transport von Gegenständen, die man auf dem Tauchgang verwenden kann. Und außerdem wird an ihm der Lungenautomat und die Pressluftflasche befestigt, welche man bei einem längeren Tauchgang benötigt.

Lungenautomat

Und nun kommen wir zum Lungenautomat, der wider dem ersten Gedanken mancher Jugendlicher nicht zum Erwürgen anderer gedacht ist, sondern für einen ganz zentralen Punkt, nämlich dass man unter Wasser atmen kann. Er besteht üblicherweise aus vier Schläuchen. Einer verbindet die erste Stufe des Lungenautomaten mit dem Jacket, das die Luft zum Tarieren braucht. Der zweite Schlauch, ein Hochdruckschlauch, führt zu einem Luftdruckmessgerät, einem Finimeter, auf welchem man ablesen kann, wie viel Luft noch in der Flasche ist – also wann man auftauchen muss. Und zwei Schläuche, die zu Mundstücken der zweiten Stufe des Lungenautomaten gehen, eines für einen selbst und ein zweites für Notfälle, zum Beispiel falls dein Tauchpartner keine Luft mehr in der Flasche hat. Die vier Schläuche laufen alle zum eigentlichen Lungenautomaten, 1. Stufe, der den Luftdruck, der sich in der Flasche befindenden Luft auf einen Druck von ca. acht bis zwölf Bar reduziert. Die zweite Stufe verändert diesen Druck dann auf den jweweiligen Umgebungsdruck. Einmal verwendete Luft wird an die Umgebung abgegeben. Außer man verwendet sogenannte Rebreather.

Pressluftflasche

Wie oben schon erwähnt braucht man eine Pressluftflasche, um bei Tauchgängen, die tiefer gehen, nicht zu ersticken. Es gibt solche Flaschen in verschiedenen Größen, manche Taucher benutzen sogar zwei. Mit einer üblichen Tauchflasche mit 12 Litern Volumen und einer Tauchtiefe von 10 Metern kann man mehr als eine Stunde unter Wasser bleiben, mit größeren Flaschen natürlich länger. Die meisten Tauchflaschen sind mit Luft befüllt, die auf 200 Bar komprimiert wurde. Bei einer Flasche mit 10 Liter Volumen befinden sich also 2000 Liter Luft darin. Alle zehn Meter nimmt der Druck um 1ein Bar zu, was bedeutet, dass auf zehn Meter Tiefe ein Druck von zwei Bar herrscht. Deswegen ist es wichtig, die Tauchtiefe zu kennen, um abschätzen zu können, wie lange man noch tauchen kann.

Tauchermaske & Schnorchel

Diese zwei Ausrüstungsgegenstände braucht man eigentlich bei jeder Reise in die Unterwasserwelt. Die Rede ist von Tauchermaske und Schnorchel. Mit ihnen kann man sich z.B. einen ersten Überblick über den Fundort verschaffen. Die Maske ermöglicht das klare Sehen unter Wasser und der Schnorchel erlaubt, dass man den Kopf längere Zeit unter Wasser lassen kann.

 

Wichtige Persönlichkeiten der UWA

Auch wenn es das Forschungsgebiet der Unterwasserarchäologie noch keine hundert Jahre gibt, ist es doch ein Gebiet, in dem wir schon vieles wissen, aber noch mehr Geheimnisse darauf warten, entdeckt zu werden. Häufig sind es besondere Menschen, die ihre ganze Energie in den einen ganz besonderen Fund ihres Lebens stecken.

Manche dieser besonders wichtigen Forschern werden Ihnen hier vorgestellt…

In Bearbeitung…..

 

 

 

 

 

Pfahlbauten


Pfahlbauten Unteruhldingen (P. Berktold, 2024)

Allgemeines

Pfahlbauten gehören zu den ältesten Wohnräumen des Menschen. Sie existieren bereits seit der Jungsteinzeit, das heißt, seit mindestens 7000 Jahren. Sie wurden in einer speziellen Bauweise am Ufer und in flachen Stellen von Gewässern errichtet. Insbesondere im Alpenraum sind viele Siedlungen gefunden worden. Die Siedlungen bestanden aus 10 bis 100 Einzelbauten in denen bis zu 250 Personen lebten. Obwohl oftmals Dörfer aufgegeben und an anderer Stelle wiederaufgebaut wurden, waren diese einheitlich organisiert und besaßen Infrastruktur, was auf ein hohes Maß an Zivilisation schließen lässt.

 

Pfahlbauten vs. Feuchtbodensiedlung

Im 19. Jahrhundert, zu Beginn der Forschungen, fand man Überreste von Pfahlbausiedlungen ausschließlich im tiefen Wasser. Daher ging man davon aus, dass diese Siedlungen in der Mitte des Sees angelegt worden waren. Doch bald zeigten neue Erkenntnisse, dass die meisten Siedlungen am Seeufer angelegt worden waren. Diese nannte man Feuchtbodensiedlungen. Doch auch die These, dass alles Feuchtbodensiedlungen waren, ist mittlerweile überholt. Heutzutage unterscheidet man zwischen „echten“ Pfahlbauten, die im flachen Wasser standen und Feuchtbodensiedlungen, am Ufer. Im tieferen Wasser kamen Pfahlbausiedlungen dagegen kaum vor.

 

Zweck der Pfahlbauten

Die echten Pfahlbauten dienten vor allem zum Schutz vor Raubtieren und sonstigen Feinden sowie zur Erleichterung der Fischerei. Feuchtbodensiedlungen boten diese Vorteile ebenfalls, allerdings in geringerem Maße. Zudem waren sie besser gegen Überschwemmungen geschützt als Gebäude ohne Stelzen.

 

Bauweise

Für den Bau wurden zunächst an geeigneten Stellen, an denen das Wasser flach ist und der Untergrund weich, Pfähle in den Boden gerammt. Diese waren 10 bis 30 Zentimeter dick und bis zu 6 Meter lang. Üblicherweise wurden sie in zwei parallelen Reihen angeordnet und mit Steinen verankert. Dann wurden Wände und Boden an die Pfähle gebaut. Schließlich wurde die Decke oben angefügt. Wände und Boden bestanden meist aus mit Lehm verputzten Holz, die Decke dagegen aus Stroh.


https://de.wikipedia.org/wiki/Pfahlbau#/media/Datei:Must_Farm_house_profile.svg

Archäologie

Im Gegensatz zu Siedlungen auf dem Land sind alle Arten von Pfahlbausiedlungen noch gut erhalten, da sie versanken und durch das Wasser konserviert wurden. Auch für Unterwasserarchäologen sind die versunkenen Siedlungen interessante Forschungsobjekte. Ihre Erforschung begann bereits im 19. Jahrhundert und prägt bis heute unser Bild von Bronze- und Jungsteinzeit. Pfahlbauten kommen in sehr vielen Seen im Alpenraum vor, allerdings nur selten in steileren Bergseen. Wichtige Fundorte in Deutschland sind beispielsweise der Bodensee und der Starnberger See.

 

Quellen:

https://www.unesco-pfahlbauten.org/fileadmin/media/pfahlbauten/PDF/Broschuere_Weltkulturerbe_Pfahlbauten.pdf

http://www.geschichte-schweiz.ch/pfahlbauer-pfahlbauten.html

https://www.praehistorische-archaeologie.de/thema/siedlungsarchaeologie/pfahlbauten/

 

Seeschlacht bei Salamis

Allgemeines​​

Die Seeschlacht bei Salamis gilt als die Entscheidungsschlacht im 2. Perserkrieg und ereignete sich im September 480 v. Chr. bei Salamis, einer Insel in der Nähe von Athen. Es kämpften die Griechen (oder genauer gesagt die athenische Seeflotte) unter dem Befehl von Themistokles und Eurybiades gegen die Seestreitkräfte der Perser; angeführt von ihrem Großkönig Xerxes I.​

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kaulbach,Wilhelm_vonDie_Seeschlacht_bei_Salamis-_1868.JPG

Während die griechische Flotte nach Herodot aus mindestens 271 Trieren bestand, standen ihnen die Perser (nach wissenschaftlichen Schätzungen) mit knapp 500 Schiffen gegenüber. Was die Schlacht  quantitativ zur größten Seeschlacht des Altertums macht.​

Vorgeschichte

Im Jahre 500 v. Chr. hatte sich das Perserreich bis zum Bosporus ausgedehnt. In seinem Herrschaftsgebiet in Vorderasien liegen auch einige griechische Stadtstaaten, in denen es im Jahre 499 v. Chr. zum Aufstand gegen die Unterdrücker kommt. Trotz der Unterstützung der beiden ionischen Städte Athen und Eretria wird der Aufstand nach einigen Jahren niedergeschlagen. Um ihre Vormachtstellung im Mittelmeer zu sichern und weiteren Unruhen vorzubeugen, erobern die Perser unter Dareios I. 490 v. Chr. Eretria, was in den folgenden Monaten in der Schlacht von Marathon gipfelt, in welcher die Athener einen verlustreichen Sieg davon tragen.​

Erst 10 Jahre später, im Jahre 480 v. Chr. marschiert der nachfolgende persische König Xerxes I  (mit einem zahlenmäßig viel mächtigeren Heer als 10 Jahre zuvor – 100.000 Soldaten, 500 Schiffe) erneut in Griechenland ein um es endgültig in das persische Reich einzugliedern.​

Nach dem Konsultieren des Orakels von Delphi ist dem federführenden Athener Strategen und Oberbefehlshaber Themistokles klar, dass der Krieg gegen die Perser ausschließlich zur See zu gewinnen sei, weshalb die griechischen Streitkräfte unter der Führung des Spartaner Königs Leonidas auf dem Land eher eine defensive Taktik verfolgen. So blockieren etwa 7000 griechische Soldaten einen Engpass bei den Thermophylen, um so das Vorrücken der persischen Armee von Norden her zu verlangsamen und den griechischen Streitkräften sowie athener Zivilisten mehr Zeit zu verschaffen. Nachdem auch ein Teil der griechischen Flotte am Kap Artemision zurückgeschlagen wurde, ist nun der Weg bis nach Athen frei, welches von den Persern stark beschädigt wird. (Allerdings konnten die Bewohner bereits evakuiert werden.​)

Schlachtverlauf

Nach dem strategischen Rückzug auf dem Land, vereinigen sich die, aus Kap Artemision abgezogenen, Schiffe mit dem Rest der griechischen Flotte vor der Insel Salamis (bzw. in der Meeresenge zwischen Salamis und dem attischen Festland). Nach Herodot brach bei Ankunft der persischen Flotte in der Meeresenge schon die Nacht herein, weshalb der Angriff erst am Tag darauf erfolgte. Trotz widersprüchlicher Aussagen der antiken Geschichtsschreiber, ist sich die Forschung sicher, dass die zahlenmäßig überlegenen Perser die Griechen nicht überflügeln konnten und die griechischen Schiffe im Folgenden zu einem überraschenden Flankenangriff ausholten, bei dem es zum Kampf Schiff gegen Schiff kam. Nach nur einem Tag des Kampfes konnten die quantitativ unterlegenen Griechen einen Sieg gegen die eingekeilte persische Flotte erringen.​​

Gründe für den griechischen Sieg

  • Die Griechen waren bereits mit den Gegebenheiten zur See (Strömungen, Untiefen etc.) vertraut.​
  • technischer Vorteil der Griechen durch wendigere Schiffe​
  • Perser mussten die ganze Nacht lang rudern und waren deshalb unausgeruht, während die Griechen einfach an Land übernachten konnten.​
  • Der quantitative Vorteil konnte aufgrund der Meerenge nicht zur Geltung gebracht werden.​
  • Die persische Flotte war zudem noch durch einen Sturm am Vorabend geschwächt.​

Nachwirkungen

Nach der schweren Niederlage zur See beorderte König Xerxes sowohl seine verbliebenen See- als auch Landstreitkräfte zurück, welche den Winter im nördlichen Thessalien verbringen sollten. Die Athener Bürger konnten daraufhin wieder zurück in ihre zerstörte Stadt.​

479 v. Chr. können dann auch noch die in Griechenland überwinterten Truppen zurück geschlagen werden, was das Ende der persischen Invasion Griechenlands markierte.​

Auswirkungen auf die Nachwelt

-Griechenland kann durch den Sieg seine Autonomie behaupten und steigt zur militärischen Großmacht auf.​

-Die gewonnene Selbstsicherheit führt auch zu maßgeblichen kulturellen Veränderungen und somit zur Entstehung des klassischen Griechenlandes, mit seiner florierenden Architektur.​

-Auch Athen muss wieder aufgebaut werden. Im Zuge dessen entsteht zum Beispiel auch die Akropolis

Technische Details

Die Schlachtschiffe – Die Triere

Zu beiden Seiten wurde der Kampf mit Trieren ausgetragen, dem verbreitetsten Schlachtschiffstyp seiner Zeit. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name Dreiruderer. Die Triere besaß drei gestaffelt angelegte Reihen von Ruderern. Diese 170 Mann bewegten das 35m lange und bis zu vier Meter breite Schiff im Gefecht vorwärts. Für die Fortbewegung auf längeren Strecken besaß das Schiff außerdem einen Mast. Die Verteidigung  der athenischen Triere oblag in der Regel zehn Hopliten (Angehörigen der Armee) und vier Bogenschützen. Auch wenn diese Soldaten für Enter-Manöver eingesetzt wurden, belief sich die Hauptbewaffnung zu dieser Zeit doch auf den bronzeummantelten Rammsporn am Bug  des Schiffes.​

Modell einer Triere Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Triere#/media/Datei:Model_of_a_greek_trireme.jpg

Taktik​

So war die übliche Kampftaktik (wie sie auch bei der Seeschlacht von Salamis angewendet wurde), das Zerstören der gegnerischen Ruderreihen um das manövrierunfähige Schiff anschließend mit dem Rammsporn zu versenken oder ggf. zu entern.​

Die unterwasserarchäologische Untersuchung von 1884

Im Jahre 1884 fand erstmals eine unterwasserarchäologische Untersuchung statt, deren Ziel es war, Überreste der Schlacht bei Salamis zu lokalisieren und zu bergen. Die Leitung über das gut einmonatige Unterfangen (16. Januar bis 24. Februar), wurde Ephor Christos Tsoundas zugetragen. 

Die Expedition kann somit als die erste unterwasserarchäologische Untersuchung des Mittelmeerraums angesehen werden. So schlug sie auch damals große Wellen in der Forschungswelt des 19. Jahrhunderts, obwohl ein Erfolg der Untersuchung schon von Anfang an mehr als ungewiss war.

Zu Beginn des Unterfangens untersuchte das Team um E.Chr.Tsoundas den Meeresgrund im Bereich des antiken Hafens von Piraeus. Hier stießen die Taucher lediglich auf eine 40cm große Vase, welche sich in einer Tiefe von 10 bis 18 Metern befand. Das Fehlen jeglicher Verzierungen ließ auf einen alltäglichen Gebrauchsgegenstand schließen. Überdies wurde eine ca. 1m lange antike Holzplanke mit fünf Nägeln zu Tage gefördert, welche allerdings bei der Bergung zerbrach. Des weiteren lokalisierten die Taucher einige  nicht näher identifizierbare Objekte am Meeresboden (z.B. einen Marmor Würfel), welche allerdings aufgrund von fehlender Bergungsausrüstung und teils massiver Überlagerung mit Sedimenten und Vegetation, nicht gehoben werden konnten.

Modernes Satellitenbild des Forschungsgebietes vor der Insel Salamis

Aufgrund des geringen Forschungserfolgs in diesem Bereich verlagerte das Team ihren Fokus für den Rest der Untersuchung auf den Meeresboden in der Straße von Salamis. Genauer gesagt auf das Gebiet zwischen der Spitze des Kaps von Kynosoura bis zum Eingang des Hafens von Ambelakia. Jedoch blieben auch hier die allermeisten Tauchgänge erfolglos, weshalb die Forschungsexpedition am 24. Februar 1884 mit nahezu leeren Händen nach Athen zurückkehrte.

Das Scheitern der Untersuchung lässt sich auf eine Vielzahl an verschieden Faktoren zurückführen. So machte E.Chr.Tsoundas allem voran die schlechten Wetterbedingungen für den Fehlschlag verantwortlich, wegen denen das Team, in Summe, lediglich zwölf Tage arbeiten konnte. Überdies spielten sicherlich auch die, aus heutiger Sicht, unausgereifte Arbeitsmethodik und Ausrüstung eine entscheidende Rolle. Vor der Entwicklung des Pressluftgerätes während des zweiten Weltkrieges, verwendeten Taucher den sog. Standardtauchanzug, welcher aus einem Kupferhelm besteht, der an einen wasserdichten Anzug angeschlossen ist. Am Rücken und in den Schuhen des Anzugs befinden sich Bleigewichte und die Atemluftzufuhr erfolgte mittels eines Schlauches an die Wasseroberfläche. Diese klobige Ausrüstung war zwar zuverlässig, machte aber die Navigation und ein flexibles Arbeiten unter Wasser nahe zu unmöglich. Des weiteren wirbelten die Schritte auf dem sandigen Meeresboden oft Sediment auf, was die Sicht zusätzlich erschwerte.  Zudem fehlte auch eine Möglichkeit den Meeresboden effektiv zu beleuchten, weshalb die Taucher auf natürliches Sonnenlicht angewiesen waren.

Standardtauchanzug Quelle: https://pixabay.com/de/photos/tauchanzug-alte-historischen-helm-405730/

Hinzu kam die fehlende Erfahrung im Bereich der Unterwasserarchäologie, welche sogar noch bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts als Randerscheinung der Archäologie galt.

Letzen Endes darf auch nicht vergessen werden, dass größere antike Holzfunde (z.B. von den Trieren) im Allgemeinen sehr selten sind. Holz zersetzt sich im warmen Salzwasser des Mittelmeers in der Regel schon nach wenigen Jahren vollständig. Lediglich wenn einzelne Bauteile direkt von einer Sedimentschicht bedeckt werden, können sie die Jahrhunderte überdauern.

Abschließend war die Untersuchung von 1884 ein großer Misserfolg, welcher kaum neue Erkenntnisse lieferte und für die Auftraggeber einen massiven finanziellen Verlust darstellte. Jedoch erwiesen sich die hierbei erlernten Lektionen als wichtiges Fundament für das aufkeimende Forschungsgebiet der Unterwasserarchäologie.

 Quellen

Beitragsbild: Wilhelm von Kaulbach – „Die Schlacht bei Salamis“ 1868 https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kaulbach,Wilhelm_vonDie_Seeschlacht_bei_Salamis-_1868.JPG     

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Salamis#Literatur

https://de.wikipedia.org/wiki/Schiffsfriedhof#Schlacht_von_Salamis_480_v._Chr.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ionischer_Aufstand

https://de.wikipedia.org/wiki/Perserkriege

https://www.nationalgeographic.com/news/2014/3/140324-ancient-shipwrecks-search-warship-underwater-archaeology-science/

https://de.wikipedia.org/wiki/Trierehttps://de.wikipedia.org/wiki/Schiffe_der_Antike#Zeitalter_der_Triere_(ca._500–400_v._Chr.)

Das Wrack von Antikythera

Das Schiffswrack von Antikythera liegt unweit der  Nordküste Glyfadia vor der griechischen Insel Antikythera auf etwa 55m Tiefe.​ Das Wrack selbst lässt sich auf das erste Jahrhundert v. Chr. zurückdatieren. An Bord des Schiffes befanden sich zahlreiche Wertgegenstände und anderweitige Kunstschätze, sowie der sog. Antikythera Mechanismus.​ Aufgrund des Reichtums an Funden gilt das Wrack als einer der wichtigsten Schiffsfunde der griechischen bzw. römischen Antike und auch zugleich als einer der ersten (dokumentierten) Schiffsfunde aus dieser Zeit überhaupt.​

Geographische Lage von Antikythera. Quelle: (c) OpenStreetMap DE

DIE EXPEDITION VON 1900​

Entdeckt wurde das Schiffswrack im Jahre 1900 von Schwammtauchern, welche auf der Suche nach Schwämmen auf dem Meeresboden, durch Zufall auf Teile der Schiffsladung (Bronzestatuen) stießen. Zunächst hielten die Fischer die lebensechten Statuen für echte Leichen, erst als der Kapitän des Schiffs, Dimitrios El. Kontos, sich selbst von dem Fund vergewisserte und nur kurz darauf wieder mit einem Bronzearm in der Hand an die Wasseroberfläche kam, war den Männern bewusst auf was sie gestoßen waren.​

Nachdem die Fischer am Ende der Saison zurück nach Athen kamen, teilten sie den Fund den  Behörden mit, welche ein Schiff der griechischen Kriegsmarine zur Unterstützung des Teams an Schwammtauchern entsandte. Die wissenschaftliche Aufsicht über das Unterfangen erhielt der Athener Professor der Archäologie Antonios Oikonomou.​

Das Forschungsteam nahm die Bergungsarbeit der Artefakte im November des Jahres 1900 auf und führte sie trotz des schlechten Wetters und des damit verbundenen hohen Risikos für die beteiligten Taucher den Winter hindurch fort. Da die Arbeiten allerdings nur schleppend voran gingen, wurde in den Monaten darauf eine italienische Firma zur Unterstützung hinzugezogen, mit deren Hilfe die Bergung im September 1901 beendet wurde (Lange Dauer unter anderem  aufgrund der sehr schwerfälligen Standardtauchanzüge der Zeit).​

Obgleich die meisten der uns heute bekannten Artefakte der Schiffsladung in dieser ersten Bergungskampagne entdeckt und an die Wasseroberfläche gebracht wurden und somit das Unterfangen als die erste massiv erfolgreiche (dokumentierte) unterwasserarchäologische Forschung der Welt angesehen werden kann, sind die damals begangenen Fehler durch die mangelnde fachliche Expertise (und unausgereifte Technologie) nicht zu vernachlässigen. So wurde beispielsweise die heute bereits standardisierte Kartographierung der Objekte am Meeresgrund übergangen, sowie Teile von Marmorstatuen auf dem Meeresgrund zurückgelassen, da diese für verkrustete Felsen gehalten wurden. Außerdem unterlief den Männern eine Bergungspanne, bei der eine Pferdestatue aus Bronze beim Heben ins tiefe Wasser fiel, wo sie unerreichbar für das Tauchequipment dieser Zeit blieb.​

Außerdem ist bis heute nicht ganz geklärt, ob sich die Schwammtaucher nicht doch kurz nach ihrem Fund, an den leichter zugänglichen Fundstücken bereichert haben. So befragte der amerikanische Taucher und Archäologe Peter Throckmorton Zeitzeugen auf der Insel Symi, welche behaupteten, Kapitän Kontos und seine Crew hätten zunächst selbst einige Artefakte gehoben und schnellstmöglich verkauft, bevor sie das Wrack den Behörden in Athen gemeldet haben. Zumindest die Tatsache, dass die Bleigewichte der Schiffsanker  bis heute nicht gefunden wurden, würde diese Theorie untermauern. Die teuren Bleigewichte waren zur damaligen Zeit bei Schwammtauchern als Ballast zum Abtauchen heiß begehrt.​

Allerdings stellen solche Zeitzeugenberichte nicht zwingend ein wahrheitsgemäßes Abbild der Realität dar, weshalb es sich bei diesen Theorien in der Regel nur um vage Vermutungen handelt. 

KUNSTGEGENSTÄNDE UND GEGENSTÄNDE DES ALLTÄGLICHEN LEBENS ​

Statuen​

An Bord des Schiffs befand sich eine Vielfalt an Statuen aus verschiedenen Epochen (klassisch bis spät hellenistisch) und Materialien (Bronze, Marmor). Die wohl bekannteste der Statuen ist der sog. „Ephebe von Antikythera“, ein 1,94m und damit überlebensgroßes, außergewöhnlich gut konserviertes Bronze Abbild eines nackten Jünglings, welcher vermutlich aus dem 3. bis 4. Jahrhundert v. Chr. stammt.​

Ein weiterer gut erhaltener und populärer Fund, ist der sog. „Kopf des Philosophen“. Dieses leicht überlebensgroße Fragment stammt aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und ist lediglich ein Teil einer nur noch in Bruchstücken erhaltenen Bronzestatue.​

Außerdem fanden sich 36 weitere Marmorstatuen, die vermutlich alle auf das 1. Jahrhundert v. Chr. datiert werden können. Der Zustand der Statuen variiert dabei stark, je nachdem wie viel im Sediment vergraben und damit vor Erosion geschützt war. Die bekanntesten dieser Statuen sind unter anderem die eines Ringkämpfers und die des Gottes Hermes.​

„Der Kopf des Philosophen“. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mechanismus_von_Antikythera
„Ephebe“. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mechanismus_von_Antikythera

Schmuck

An Bord befanden sich zudem noch weitere Kunstschätze, wie zum Beispiel eine Vielzahl an Schmuckstücken, deren Besitz (also ob sie sich im Privatbesitz mitreisender Passagiere befunden haben oder Teil der Ladung waren) immer noch nicht geklärt ist.​

Münzen

Zudem beherbergte das Wrack die größte Anhäufung von kleinasiatischen Münzen außerhalb von Kleinasien, die jemals entdeckt wurde.​

Glas

Es fanden sich auch mehrere intakte Glasgefäße aus Syrien bzw. allgemein dem östlichen Mittelmeerraum. Darunter Mosaik-Glasgefäße, von denen ursprünglich angenommen wurde, dass solche Gefäße das erste mal 200 Jahre später gefertigt worden wären.​

Keramik​

Zudem fanden sich zahlreiche Amphoren und kleinere Behältnisse für Parfums oder Medikamente (zur damaligen Zeit sehr teuer).​

 

DER MECHANISMUS VON ANTIKYTHERA 

Abgesehen von all den Kunstschätzen und anderweitigen Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs, fanden die Taucher bei der ersten Bergungsmission auch mehrere rätselhafte, stark korrodierte Bronzezahnräder und andere technische Bauteile, welche zu einem Apparat dem sog. „Mechanismus von Antikythera“ gehörten, von dem wir heute (nach mehreren Röntgenuntersuchungen) wissen, dass er als astronomische Uhr diente. Auch wenn der Mechanismus 75 Jahre lang kaum beachtet wurde, rückte er in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Forschung.​

Die späthellenistische Apparatur setzte sich aus über 82 Teilen zusammen (Komponenten sind nur teilweise und stark beschädigt erhalten) , deren komplexes Zusammenspiel auf eine Vielzahl von Verwendungen schließen lässt:​

  • Mondkalender​
  • Sonnenkalender​
  • Kalender für Mond-und Sonnenfinsternisse​
  • Kalender für olympische und panhellenische Spiele​

Der Apparat wurde über eine Kurbel angetrieben und war von außen mit Holz verkleidet. Zudem fand sich noch eine “Gebrauchsanweisung“ in Form von antiken griechischen Inschriften an der Seite der Maschine​.

Obwohl die Konstrukteure des Mechanismus immer noch unbekannt sind, geht die Wissenschaft davon aus, dass unter anderem Archimedes mit daran beteiligt gewesen seien könnte.

Teil des „Mechanismus von Antikythera“, Quelle: Marsyas, https://de.wikipedia.org/wiki/Mechanismus_von_Antikythera

Das Schiff

Da nahezu alle Holzteile des Wracks mittlerweile zersetzt sind, ist es schwer, genauere Aussagen über die technische Bauweise des Schiffes zu treffen. Einige Fakten sind allerdings klar belegbar und unumstritten. So handelt es sich bei dem Wrack von Antikythera um ein Lastenschiff, welches ein Fassungsvermögen von rund 300 Tonnen besaß. Die Maße belaufen sich auf eine Länge von rund 30-50 und einer Breite von knapp 10 Metern. Zudem lassen die wenigen verbleibenden Eichen-und Ulmenholzbalken auf eine äußerst massive Bauweise schließen, welche für ein Schiff von solch enormen Maßen essentiell wäre. Im Anbetracht der Datierung des Stapellaufs auf rund 220 v.Chr. liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem Wrack um ein römisches Transportschiff handelt. Diese Theorie von den massiven Ausmaßen des Schiffs wird von zahlreichen Artefakten an der Fundstelle belegt. So deutet beispielsweise ein Bleirohr auf ein Entwässerungssystem hin, Dachziegel könnten Teile des Decks überdacht haben und ein großes Ankerteil von knapp einem Meter zeugt vom enormen Gewicht des Schiffs. Zudem ist auch das hohe Alter des Schiffs von über hundert Jahren auffällig, da antike Schiffe in der Regel eine kürzere Lebensdauer besaßen​.

 

HINTERGRÜNDE DER FAHRT​

Die Route

Ebenso wenig wie über den Schiffstyp, ist auch über die Route des Schiffes bekannt. Allerdings deutet der große Reichtum an Kunstschätzen und anderen wertvollen Gütern an Bord auf eine Beladung in einem großen Hafen im Osten der Ägäis wie zum Beispiel Ephesos hin, auch wenn immer noch nicht ganz klar ist, wo einige Teile der Ladung (wie zum Beispiel die Marmorstatuen) aufgeladen wurden. Das Ziel der Reise war mit großer Wahrscheinlichkeit ein Hafen in Italien.​

Hintergrund​

Hintergrund des kostspieligen Imports griechischer Kunstschätze nach Italien ist die Blütezeit des Handels mit Waren und insbesondere Kulturgütern der Ägäis Küste. Die Affinität für antike griechische Kunstgegenstände war zu dieser Zeit sogar so groß, dass der daraus entstehende Handel als der wohl erste großangelegte Kunsthandel der Geschichte bezeichnet werden kann. Griechische Kunst war zu dieser Zeit ein Statussymbol der römischen Oberschicht.​

Auch wenn es immer noch mehr als nur unklar ist, wem das Schiff gehörte und vor allem, für wen die kostbare Ladung bestimmt war, geht eine Theorie des griechischen Nationalmuseums in Athen (wo auch die allermeisten Fundstücke des Wracks ausgestellt sind) davon aus, dass das Schiff vom römischen Bankier Titus Pomponius Atticus in Athen für seinen langjährigen Freund Marc Tullius Cicero mit kostbaren griechischen Statuen beladen wurde, welche seine Villen in Rom dekorieren sollten.​

​Archäologische Untersuchungen und Dokumentation – JACQUES YVES COUSTEAU​

1976 beauftragte die griechische Regierung den renommierten Taucher Jacques Yves Cousteau einen zweiten Forschungstauchgang zum Wrack von Antikythera durchzuführen, welches seit den Bergungsarbeiten von 1901 (bzw. einer ersten, abgebrochenen Tauchmission unter der Leitung von Jacques Yves Cousteau 1953) nicht mehr angerührt worden war. Ziel der Expedition war es, die Forschungen mit einem Film (zu Werbezwecken für den griechischen Tourismus) zu begleiten, verbleibende Fundstücke zu bergen und den Fundort zu dokumentieren und zu kartographieren. Cousteaus Team profitierte dabei massiv vom Fortschritt der Tauchtechnik, da sie nun mit modernen Neoprenanzügen, Pressluftflaschen, Saugrohren etc. arbeiten konnten.​

Archäologische Untersuchungen und Dokumentation ANTICYTHERA 2014​

2014 starteten Dr. Brendan Foley vom Ozeanografischen Institut von Woods Hole USA und Dr. Theotokis Theodoulou vom griechischen Kulturministerium eine erneute Forschungsexpedition. Im Oktober 2014 scannte Foleys Team den Meeresboden und erstellte eine hochauflösende dreidimensionale Karte der Fundstelle. Hierbei zeigte sich, dass viele Fundstücke über einen weitaus größeren Raum verteilt waren und das Schiff vermutlich sogar um 20 Meter länger gewesen sein könnte, als die letzten hundert Jahre angenommen wurde. ​

Die Beweise zeigen, dass dies das größte jemals gefundene Schiffswrack aus der Antike war,“ -Dr. Brendan Foley ​

Zudem war das Forschungsteam mit einem hochmodernen Exo-Tauchanzug, sowie mit sog. „rebreather“ Atemgeräten ausgestattet, welche eine viel längere Verweildauer in solchen Tiefen ermöglichten.​

Durch diese Vorteile gegenüber früheren Missionen wurden sogar einige neue Artefakte geborgen; darunter ein über zwei Meter langer Bronzespeer, welcher höchstwahrscheinlich zu einer weiteren Statue gehörte.​

Quellen

Beitragsbild: https://de.wikipedia.org/wiki/Schiffswrack_von_Antikythera#/media/Datei:Antikes_Wrack_von_Antikythera_02.jpg

https://de.wikipedia.org/wiki/Mechanismus_von_Antikythera

https://de.wikipedia.org/wiki/Schiffswrack_von_Antikythera#Datierung_und_Interpretation

https://www.faszination-uhrwerk.de/m/m-antikythera-de.html

https://www.griechenland.net/nachrichten/kultur/8573-schätze-aus-griechenlands-meerestiefe-das-wrack-von-antikythera