Allgemeines
Die Seeschlacht bei Salamis gilt als die Entscheidungsschlacht im 2. Perserkrieg und ereignete sich im September 480 v. Chr. bei Salamis, einer Insel in der Nähe von Athen. Es kämpften die Griechen (oder genauer gesagt die athenische Seeflotte) unter dem Befehl von Themistokles und Eurybiades gegen die Seestreitkräfte der Perser; angeführt von ihrem Großkönig Xerxes I.

Während die griechische Flotte nach Herodot aus mindestens 271 Trieren bestand, standen ihnen die Perser (nach wissenschaftlichen Schätzungen) mit knapp 500 Schiffen gegenüber. Was die Schlacht quantitativ zur größten Seeschlacht des Altertums macht.
Vorgeschichte
Im Jahre 500 v. Chr. hatte sich das Perserreich bis zum Bosporus ausgedehnt. In seinem Herrschaftsgebiet in Vorderasien liegen auch einige griechische Stadtstaaten, in denen es im Jahre 499 v. Chr. zum Aufstand gegen die Unterdrücker kommt. Trotz der Unterstützung der beiden ionischen Städte Athen und Eretria wird der Aufstand nach einigen Jahren niedergeschlagen. Um ihre Vormachtstellung im Mittelmeer zu sichern und weiteren Unruhen vorzubeugen, erobern die Perser unter Dareios I. 490 v. Chr. Eretria, was in den folgenden Monaten in der Schlacht von Marathon gipfelt, in welcher die Athener einen verlustreichen Sieg davon tragen.
Erst 10 Jahre später, im Jahre 480 v. Chr. marschiert der nachfolgende persische König Xerxes I (mit einem zahlenmäßig viel mächtigeren Heer als 10 Jahre zuvor – 100.000 Soldaten, 500 Schiffe) erneut in Griechenland ein um es endgültig in das persische Reich einzugliedern.
Nach dem Konsultieren des Orakels von Delphi ist dem federführenden Athener Strategen und Oberbefehlshaber Themistokles klar, dass der Krieg gegen die Perser ausschließlich zur See zu gewinnen sei, weshalb die griechischen Streitkräfte unter der Führung des Spartaner Königs Leonidas auf dem Land eher eine defensive Taktik verfolgen. So blockieren etwa 7000 griechische Soldaten einen Engpass bei den Thermophylen, um so das Vorrücken der persischen Armee von Norden her zu verlangsamen und den griechischen Streitkräften sowie athener Zivilisten mehr Zeit zu verschaffen. Nachdem auch ein Teil der griechischen Flotte am Kap Artemision zurückgeschlagen wurde, ist nun der Weg bis nach Athen frei, welches von den Persern stark beschädigt wird. (Allerdings konnten die Bewohner bereits evakuiert werden.)
Schlachtverlauf
Nach dem strategischen Rückzug auf dem Land, vereinigen sich die, aus Kap Artemision abgezogenen, Schiffe mit dem Rest der griechischen Flotte vor der Insel Salamis (bzw. in der Meeresenge zwischen Salamis und dem attischen Festland). Nach Herodot brach bei Ankunft der persischen Flotte in der Meeresenge schon die Nacht herein, weshalb der Angriff erst am Tag darauf erfolgte. Trotz widersprüchlicher Aussagen der antiken Geschichtsschreiber, ist sich die Forschung sicher, dass die zahlenmäßig überlegenen Perser die Griechen nicht überflügeln konnten und die griechischen Schiffe im Folgenden zu einem überraschenden Flankenangriff ausholten, bei dem es zum Kampf Schiff gegen Schiff kam. Nach nur einem Tag des Kampfes konnten die quantitativ unterlegenen Griechen einen Sieg gegen die eingekeilte persische Flotte erringen.
Gründe für den griechischen Sieg
- Die Griechen waren bereits mit den Gegebenheiten zur See (Strömungen, Untiefen etc.) vertraut.
- technischer Vorteil der Griechen durch wendigere Schiffe
- Perser mussten die ganze Nacht lang rudern und waren deshalb unausgeruht, während die Griechen einfach an Land übernachten konnten.
- Der quantitative Vorteil konnte aufgrund der Meerenge nicht zur Geltung gebracht werden.
- Die persische Flotte war zudem noch durch einen Sturm am Vorabend geschwächt.
Nachwirkungen
Nach der schweren Niederlage zur See beorderte König Xerxes sowohl seine verbliebenen See- als auch Landstreitkräfte zurück, welche den Winter im nördlichen Thessalien verbringen sollten. Die Athener Bürger konnten daraufhin wieder zurück in ihre zerstörte Stadt.
479 v. Chr. können dann auch noch die in Griechenland überwinterten Truppen zurück geschlagen werden, was das Ende der persischen Invasion Griechenlands markierte.
Auswirkungen auf die Nachwelt
-Griechenland kann durch den Sieg seine Autonomie behaupten und steigt zur militärischen Großmacht auf.
-Die gewonnene Selbstsicherheit führt auch zu maßgeblichen kulturellen Veränderungen und somit zur Entstehung des klassischen Griechenlandes, mit seiner florierenden Architektur.
-Auch Athen muss wieder aufgebaut werden. Im Zuge dessen entsteht zum Beispiel auch die Akropolis
Technische Details
Die Schlachtschiffe – Die Triere
Zu beiden Seiten wurde der Kampf mit Trieren ausgetragen, dem verbreitetsten Schlachtschiffstyp seiner Zeit. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name Dreiruderer. Die Triere besaß drei gestaffelt angelegte Reihen von Ruderern. Diese 170 Mann bewegten das 35m lange und bis zu vier Meter breite Schiff im Gefecht vorwärts. Für die Fortbewegung auf längeren Strecken besaß das Schiff außerdem einen Mast. Die Verteidigung der athenischen Triere oblag in der Regel zehn Hopliten (Angehörigen der Armee) und vier Bogenschützen. Auch wenn diese Soldaten für Enter-Manöver eingesetzt wurden, belief sich die Hauptbewaffnung zu dieser Zeit doch auf den bronzeummantelten Rammsporn am Bug des Schiffes.

Taktik
So war die übliche Kampftaktik (wie sie auch bei der Seeschlacht von Salamis angewendet wurde), das Zerstören der gegnerischen Ruderreihen um das manövrierunfähige Schiff anschließend mit dem Rammsporn zu versenken oder ggf. zu entern.
Die unterwasserarchäologische Untersuchung von 1884
Im Jahre 1884 fand erstmals eine unterwasserarchäologische Untersuchung statt, deren Ziel es war, Überreste der Schlacht bei Salamis zu lokalisieren und zu bergen. Die Leitung über das gut einmonatige Unterfangen (16. Januar bis 24. Februar), wurde Ephor Christos Tsoundas zugetragen.
Die Expedition kann somit als die erste unterwasserarchäologische Untersuchung des Mittelmeerraums angesehen werden. So schlug sie auch damals große Wellen in der Forschungswelt des 19. Jahrhunderts, obwohl ein Erfolg der Untersuchung schon von Anfang an mehr als ungewiss war.
Zu Beginn des Unterfangens untersuchte das Team um E.Chr.Tsoundas den Meeresgrund im Bereich des antiken Hafens von Piraeus. Hier stießen die Taucher lediglich auf eine 40cm große Vase, welche sich in einer Tiefe von 10 bis 18 Metern befand. Das Fehlen jeglicher Verzierungen ließ auf einen alltäglichen Gebrauchsgegenstand schließen. Überdies wurde eine ca. 1m lange antike Holzplanke mit fünf Nägeln zu Tage gefördert, welche allerdings bei der Bergung zerbrach. Des weiteren lokalisierten die Taucher einige nicht näher identifizierbare Objekte am Meeresboden (z.B. einen Marmor Würfel), welche allerdings aufgrund von fehlender Bergungsausrüstung und teils massiver Überlagerung mit Sedimenten und Vegetation, nicht gehoben werden konnten.

Aufgrund des geringen Forschungserfolgs in diesem Bereich verlagerte das Team ihren Fokus für den Rest der Untersuchung auf den Meeresboden in der Straße von Salamis. Genauer gesagt auf das Gebiet zwischen der Spitze des Kaps von Kynosoura bis zum Eingang des Hafens von Ambelakia. Jedoch blieben auch hier die allermeisten Tauchgänge erfolglos, weshalb die Forschungsexpedition am 24. Februar 1884 mit nahezu leeren Händen nach Athen zurückkehrte.
Das Scheitern der Untersuchung lässt sich auf eine Vielzahl an verschieden Faktoren zurückführen. So machte E.Chr.Tsoundas allem voran die schlechten Wetterbedingungen für den Fehlschlag verantwortlich, wegen denen das Team, in Summe, lediglich zwölf Tage arbeiten konnte. Überdies spielten sicherlich auch die, aus heutiger Sicht, unausgereifte Arbeitsmethodik und Ausrüstung eine entscheidende Rolle. Vor der Entwicklung des Pressluftgerätes während des zweiten Weltkrieges, verwendeten Taucher den sog. Standardtauchanzug, welcher aus einem Kupferhelm besteht, der an einen wasserdichten Anzug angeschlossen ist. Am Rücken und in den Schuhen des Anzugs befinden sich Bleigewichte und die Atemluftzufuhr erfolgte mittels eines Schlauches an die Wasseroberfläche. Diese klobige Ausrüstung war zwar zuverlässig, machte aber die Navigation und ein flexibles Arbeiten unter Wasser nahe zu unmöglich. Des weiteren wirbelten die Schritte auf dem sandigen Meeresboden oft Sediment auf, was die Sicht zusätzlich erschwerte. Zudem fehlte auch eine Möglichkeit den Meeresboden effektiv zu beleuchten, weshalb die Taucher auf natürliches Sonnenlicht angewiesen waren.

Hinzu kam die fehlende Erfahrung im Bereich der Unterwasserarchäologie, welche sogar noch bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts als Randerscheinung der Archäologie galt.
Letzen Endes darf auch nicht vergessen werden, dass größere antike Holzfunde (z.B. von den Trieren) im Allgemeinen sehr selten sind. Holz zersetzt sich im warmen Salzwasser des Mittelmeers in der Regel schon nach wenigen Jahren vollständig. Lediglich wenn einzelne Bauteile direkt von einer Sedimentschicht bedeckt werden, können sie die Jahrhunderte überdauern.
Abschließend war die Untersuchung von 1884 ein großer Misserfolg, welcher kaum neue Erkenntnisse lieferte und für die Auftraggeber einen massiven finanziellen Verlust darstellte. Jedoch erwiesen sich die hierbei erlernten Lektionen als wichtiges Fundament für das aufkeimende Forschungsgebiet der Unterwasserarchäologie.
Quellen
Beitragsbild: Wilhelm von Kaulbach – „Die Schlacht bei Salamis“ 1868 https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kaulbach,Wilhelm_von–Die_Seeschlacht_bei_Salamis-_1868.JPG
https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Salamis#Literatur
https://de.wikipedia.org/wiki/Schiffsfriedhof#Schlacht_von_Salamis_480_v._Chr.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ionischer_Aufstand
https://de.wikipedia.org/wiki/Perserkriege
https://www.nationalgeographic.com/news/2014/3/140324-ancient-shipwrecks-search-warship-underwater-archaeology-science/
https://de.wikipedia.org/wiki/Trierehttps://de.wikipedia.org/wiki/Schiffe_der_Antike#Zeitalter_der_Triere_(ca._500–400_v._Chr.)
